Vorsicht Falle: Betrug beim Autokauf im Internet

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Vorsicht Falle: Betrug beim Autokauf im Internet

Beitrag von Erik.Ode » 18.04.2006, 21:30

Western Union ist kein Treuhandservice

Ein neuwertiger BMW Cabrio aus England, kaum gelaufen und beste Ausstattung für nur 6000 Euro! Abzocke oder einmaliges Schnäppchen? Das fragen sich derzeit viele Verbraucherinnen und Verbraucher, die in Internetbörsen wie autoscout24.de oder mobile.de Ausschau nach einem neuen fahrbaren Untersatz halten. Was wie ein Traumangebot klingt, entpuppt sich jedoch häufig als Betrug. Denn, wer sich auf den Deal einlässt und Zahlungen an ein vom Verkäufer genanntes Treuhandunternehmen leistet, muss damit rechnen, dass er nicht nur das Auto nicht bekommt, sondern auch sein Geld niemals wiedersieht.

Ein verlockendes Angebot

Diese bittere Erfahrung musste auch Heribert H. machen. Auf der Seite von Autoscout24 entdeckte er ein verlockendes Angebot: Einen Mazda MX5, Baujahr 8/2000 mit 95.000 km für nur 4000 Euro. Heribert H. zögerte nicht lange und gab seine Kontaktdaten bei Autoscout24 ein. Kurz darauf bekam er eine Email aus England (Liverpool), die mit dem Namen Karla Hopfner* versehen war. Sie schrieb, dass ihr Großvater schwer erkrankt sei und nach England umgezogen wäre. Deshalb müsse sie den Wagen verkaufen, der im übrigen in einem einwandfreien Zustand sei. Frau Hopfner schlug vor, den Verkauf über eine Treuhand-Transportfirma (Inttcomp.com) abzuwickeln und die Bezahlung über Western Union zu tätigen. Es sei eine ganz sichere Sache. Heribert H. willigte ein. Beide Parteien registrierten sich bei Inttcomp. Herr H. zahlte 4000 bei Western Union ein und teilte die Transaktionsnummer dem Treuhänder mit. Daraufhin teilte dieser per Mail mit, dass das Auto in drei Tagen bei Herrn H. eintreffen werde.

Das Auto kam nie an

Die Treuhandfirma Inttcomp entpuppte sich für Heribert H. als Fake. Denn der Mazda traf nach den vereinbarten drei Tagen nicht ein und das Geld war längst von den Betrügern abgehoben. Das angebliche Treuhandunternehmen existierte in Wirklichkeit gar nicht. Die kurzfristig geschaltete Website sollte dem Kaufinteressentem lediglich den Eindruck von Seriosität vermitteln. Der vorab per Western Union gezahlte Kaufpreis wurde vermutlich direkt vom Empfänger - gegen Vorlage eines gefälschten Ausweises - bar bei einer der weltweiten Western Union Filialen abgeholt.

Western Union

Bei Western Union handelt es sich um einen schnellen, weltweiten Bargeld-Transfer. Dieser eignet sich hervorragend, um beispielsweise im Ausland in finanzielle Not geratene Familienangehörige oder gute Freunde innerhalb kürzester Zeit mit Bargeld zu versorgen. Von der Überweisung per Western Union an unbekannte Empfänger, ist jedoch dringend abzuraten. Ist das Geld einmal ausgezahlt, verlieren sich die Spuren. Die Chancen, die Betrüger ausfindig zu machen sind gleich null. Reisebank und Western Union weisen außerdem auf ihrer Internetseite darauf hin, dass Informationen, nach denen es sich bei Western Union um einen Treuhandservice handle, schlichtweg falsch sind.

Kein Einzelfall

Nicht nur beim Autokauf ist der Betrug mit Transaktionen über Western Union derzeit ein Thema. Auch beim Online-Auktionshaus Ebay fordern Verkäufer immer wieder Kaufpreiszahlungen per Western Union. Auch hier sollten Käufer vom Angebot abstand nehmen und sich nicht von einer Vielzahl positiver Berwetungen des Verkäufers täuschen lassen. Diese werden vom Verkäufer in der Regel zunächst - meist unter falschem Namen - über den Verkauf von Billigwaren gesammelt. Wenn im Anschluss daran die höherpreisigen Waren an der Reihe sind, zeigt der vermeintlich seriöse Verkäufer meist sein wahres Gesicht.

Wer bei ebay teure Waren erwirbt sollte den ebay-Treuhandservice verwenden. Bei anderen Online-Geschäften, bei denen sich Vorkasse nicht vermeiden lässt, ist nur ein anerkannter Treuhandservice wie z.B. Escrow Europa Srl zu empfehlen. Käufer sollten sich vom Verkäufer das Treuhandunternehmen keinesfalls vorschreiben lassen. Im Internetforum Publex (Link öffnet in neuem Fenster http://www.publex.de), in dem sich Verbraucherinnen und Verbraucher über ihre Erfahrungen austauschen können, wird vor gefälschten Homepages von Treuhand-Transportgesellschaften gewarnt. Auch hinter einer professionell gestalteten und vertrauenswürdig wirkenden Internetseite muss nicht ein seriöser Anbieter stecken. So wird in dem Internetforum über eine gefälschte Homepage des Unternehmens UPS berichtet. Mit Hilfe dieser Homepage wurde arglosen Verbrauchern vorgegaukelt, dass gekaufte Waren schon zu ihnen unterwegs seien, woraufhin sie den vereinbarten Kaufpreis über Western Union zahlten. Die bezahlten Waren erhielten sie nie.

* Name geändert

http://www.evz.de/UNIQ114539209827405/doc1110A.html
Gruß Erik.Ode
- alle Angaben, wie immer, ohne Gewähr ! ;-) -

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